Donnerstag, 15. Juli 2010

Fünfter Seetag


Der Tag war sehr erholsam, lang ausschlafen und viel essen. Schon beim Mittagessen gab es keine Rotweingläser mehr, nur noch etwas stabilere Gläser, da wir durch ein Tiefdruckgebiet fuhren, dass uns hohe Wellen und Wind der Stärke 8-9 brachte. De Spuckbeutel waren liebevoll am Treppengeländer drapiert, das Wasser spritzte bis zum Deck 5 hoch und die Außendecks waren aufgrund des Windes gesperrt. Am Nachmittag berichteten der Lektor noch von Invergordon und Umgebung, wo wir den morgigen Tag verbringen werden. Hoffen wir, dass es uns nicht so wie der Reise zu vor ergeht, die aufgrund eines Sturmes Invergordon gar nicht anlaufen konnte und direkt nach Hamburg zurück schipperten.

Mittwoch, 14. Juli 2010

Reykjavik (Island)


Über Nacht waren wir im Hafen von Reykjavik geblieben und so konnten wir unsere Stadtbesichtigung von Reykjavik früh starten. Mit dem Auto ging es zunächst zum alten Hafen. Dabei kamen wir am Höfdi, einer Jugendstilvilla vorbei. In diesem Haus soll einer Legende nach der Geist Móri während des Gipfeltreffens zwischen Michael Gorbatschow und Ronald Reagan 1986 gespukt haben und Telefon- und Faxverbindungen gestört haben. Noch heute ist die Villa ein offizielles Empfangshaus. 
Vom Hafen spazierten wir vorbei am Hafenhaus und dem Falkenhaus, der Flaniermeile Austurstraeti. Auf dem Weg zum Tjörnin-See kamen wir am schlichten Parlamentsgebäude und der Domkirkjan vorbei. Beim Rathaus der Stadt mit seiner postmodernen Architektur scheiden sich wohl wieder die Ansichten. Das Gebäude ist halb in den Tjörnin gebaut, der See der für seine Vogelvielfalt bekannt ist.
Wir setzten unseren Stadtbummel fort und besichtigten als nächstes die Hallgrimskirkja, dem Wahrzeichen von Reykjavik, das von weitem aussieht wie die Transamerica Pyramide in San Francisco mit dem Dach vom Chrysler Building aus NYC. Die Architektur dieser Kirche soll jedoch die isländische Landschaft widerspiegeln. Die Außenfassade mit ihren Basaltsäulen stellt die isländische Steilküste dar, das schneeweiße Innere der Kirche symbolisiert das Eis der Gletscher. Mit dem Lift fuhren wir auf 73m Höhe und hatten einen tollen Blick auf die Stadt. Die Häuser in ihren hellen Farben wurden von der Sonne angestrahlt und leuchteten uns entgegen.
Unser letztes Highlight in Reykjavik war der 61m hohe Hügel Öskuhlid. Hier stehen Heißwassertanks, die rund 20 Millionen Liter speichern, mit denen die Region Reykjavik beheizt wird. Auf den Tanks befindet sich die spiegelnde Glaskuppel, die dem Gebäude seinen Namen verlieh: Perlan (Perle). Von der Aussichtsterrasse hatten wir eine herrliche Sicht auf Reykjavik, das Meer und die umliegenden Hügelketten.
Pünktlich 13Uhr liefen wir aus dem Hafen von Reykjavik aus. Am Nachmittag konnten wir uns endlich mal auf unserem Balkon sonnen, bevor dann schlagartig der Regen aufzog. Nach dem Abendessen gab es noch die besten Songs aus James Bond und die Komikerband „Zärtlichkeiten mit Freunden“, die das gesamte Theatrium zum Lachen brachten.

Dienstag, 13. Juli 2010

Kontinentalplatten, Geysire, Wasserfälle und die Blaue Lagune (Island)


Da wir erst 13Uhr im Hafen von Reykjavik anlegten, konnten wir den Tag ruhig angehen. Das Meer vor Reykjavik eignet sich besonders gut, um Wale zu beobachten. Wir sahen einige Buckelwale kurz auftauchen, die schnell wieder unter der Meeresoberfläche verschwanden. Nach dem Mittagessen hieß es dann aber schnell runter vom Schiff und ab mit dem Taxi zur Automietstation Sixt. Über das Internet hatten wir uns schon ein Auto reserviert und so konnten wir bald darauf auch unseren Chevrolet Kalos in Empfang nehmen. Richtung Osten starteten wir unsere Erkundungstour.
Erster Halt war in der Nähe von Pingvellier, wo aus dem Erdboden schräge Felsenplatten hervorragen. Hier treffen die eurasische und die amerikanische Kontinentalplatte aufeinander. Leider goss es bei unserem Spaziergang in Strömen und als wir nach 15 Minuten völlig durchnässt waren, kehrten wir zum Auto zurück. Weiter ging es durch das vulkanische, grüne Land zu den Geysiren. Zwischendurch fehlte mal der Asphalt und wir fuhren über Schotterwege und ab und zu kam sogar die Sonne mal kurz hervor.
Am Straßenrand befinden sich in der Nähe im Thermalfeld Haukadalur (Habichtstal) ein paar Schwefelquellen und Geysire. Der wohl bekannteste ist der Strokkur. Alle 5 Minuten fängt dieser an zu brodeln um schließlich mit voller Kraft aus seinem Erdloch hervorzubrechen und ca. 10m ab und zu auch etwas weniger nach oben zu spritzen. Wer nicht auf den Wind Acht gibt, kann auch schnell mal das heiße Wasser abbekommen.
Wir setzten unsere Fahrt weiter fort zum Wasserfall Gullfoss. Der goldene Fall ist sehr eindrucksvoll, da seine rasanten Wassermassen, die aus dem großen Gletscher Langjökull über mehrere Etagen zunächst 11m und dann 21m nach unten donnern. Leider setzte hier wieder der Regen stärker ein, so dass es nur ein kurzer Stopp wurde.
Dann ging es für uns Richtung Süden, um dann auf der Schnellstraße wieder Richtung Reykjavik, wo wir schnell unsere Badesachen vom Schiff holten. Nun sollte der etwas entspannendere Teil des Tags kommen. Ein Geothermalkraftwerk nutzt die örtlichen Thermalquellen zur Energieerzeugung und speist dieses Wasser dann in die „Blaue Lagune“. Rund 45 Autominuten vom Hafen entfernt, konnte man in dem schwefelhaltigen, ca. 40°C warmen Wasser, welches Mineralsalze, Kieselerde und Algen enthält, baden. Dazu gab es eine Schlammmaske, die wir auf das Gesicht auftragen konnten. Bis zum Rauswurf blieben wir in dem Schwimmbad, denn die Eintrittspreise waren genauso gesalzen wie das Wasser.
Gegen 10.30Uhr erreichten wir wieder unser Schiff und stürzten erst mal ausgehungert in eines der Restaurants.

Montag, 12. Juli 2010

Akureyri (Island)


Endlich ging es wieder mal runter vom Schiff. Früh liefen wir im Hafen von Akureyri ein und um 7.45Uhr startete unser Ausflug nach Godafoss und Myvatn. Erster Stopp war am „Wasserfall der Götter“ dem  Godafoss. Der Name des Wasserfalls geht auf die Sage zurück, dass der Gode (Priester) der Region im Jahr 1000 nach Übernahme des Christentums alle alten Götterstatuen in das tosende Wasser versenkte. Der Wasserfall selbst ist nur 12m hoch und beeindruckt nur durch seine mächtigen Wassermassen, die sich mit einer Geschwindigkeit hinunter stürzen.
60km östlich von Godafoss befindet sich der Myvatn See. Zunächst gab es eine kleine Kaffeepause, wo wir angeblich isländische Spezialitäten aßen. Die Spezialität bestand aus einem Rührkuchen, einem Marmeladengebäck und einem Toast mit Wurst. Im Gebiet um den Mückensee, dem viertgrößten See Islands, sahen wir zahlreiche vulkanische Gebilde. Hier befindet sich auch die Grenze zwischen der Eurasischen und Amerikanischen Kontinentalplatte. Zu spüren bekamen wir auch, dass der See seinen Namen nicht umsonst trägt. Die tausend Mücken stachen zwar nicht, aber waren dafür umso lästiger und krochen sogar auf der Linse des Fotoapparates herum. Dicke Mückensäulen schwebten über dem See und sahen von weitem aus wie eine Nebelschwade.
Letzter Stopp auf unserer Tour war die Schwefelquellen von Namaskard. In den zahlreichen Schlammpfuhlen köchelt es vor sich hin, sprudelt nach oben. Schwefel und andere Mineralien färben die Landschaft gelblich, rot und weiß dazu natürlich überall der Schwefelgeruch. Mittlerweile riss auch die Wolkendecke etwas auf und der blaue Himmel bildete einen herrlichen Kontrast zur Landschaft.
Gegen 15.00Uhr kamen wir wieder am Schiff an und stürzten zunächst zum Mittagessen ins Restaurant. Am Nachmittag fand die Polartaufe auf dem Pooldeck statt. Neptun und seine Gesellen kamen an Board und tauften mutige Passagiere, die eine Art Seetang und eine Flüssigkeit tranken. Zur Belohnung gab es dann eine Urkunde.
Am Abend traten 2 Gastkünstler  auf und es kam die große ABBA „Dancing Queen“ Show.

Sonntag, 11. Juli 2010

Vierter Seetag


Ein weiterer Tag auf hoher See stand uns bevor. Mittlerweile befinden wir uns genau in der Mitte zwischen der norwegischen Küste und Island. Die Sicht war wieder auf wenige Meter begrenzt, da das Wasser mittlerweile wärmer als die Luft ist und sich ein Seenebel gebildet hatte. Am Nachmittag gab es noch einen Vortrag vom Edutainer zu Reykjavik.
Nach der Übertragung des WM Finales Spanien gegen Niederland (1:0) gab es eine Vorstellung des Gastkünstlers Kay Ray, der u.a. am Schmitts Theater in Hamburg auftritt. Da wir allerdings morgen zeitig aufstehen müssen, konnten wir diese nicht bis zum Ende anschauen.

Samstag, 10. Juli 2010

Dritter Seetag


Über Nacht wurde uns eine Stunde geschenkt, da wir uns in westliche Richtung nach Island begeben. Nach dem Mittagessen gab es die „Nautische Stunde“ bei der einer der ersten Offiziere eine Präsentation über das Schiff gab und Fragen der Passagiere beantwortete. Shows gab es leider heute Abend wieder nicht, da auf allen Leinwänden das Fußballspiel des kleinen Finales Deutschland gegen Uruguay übertragen wurde.

Freitag, 9. Juli 2010

Auf zur Nordkap-Expedition (Norwegen)


Als ich heut Morgen die Augen aufmachte, erwartete mich wieder strahlender Sonnenschein. Bei einem Blick auf die Uhr stellte ich jedoch fest, dass es erst 4Uhr nachts war. Die ganze Nacht schien auf unserem Balkon die Sonne. Nach dem Frühstück ging es heute zur Abwechslung mal zum Sport, damit unsere einzige Bewegung nicht immer nur von einem Büffet zum nächsten Büffet besteht. Als wir damit fertig waren, mussten wir feststellen, dass ein Rauchnebel aufgezogen war. Laut Information vom Kapitän entsteht dieser, wenn Wasser- und Lufttemperatur annähernd gleich sind und es keinen Wind gibt, der den Nebel verflüchtigt. Am späteren Nachmittag lichtete sich der Nebel jedoch wieder etwas und vor uns lag die Insel Mageroey, wo sich in ca. 307m Höhe das Nordkap erhebt.  Vom Schiff hatten wir tolle Sicht auf diesen und das wahre Nordkap, eine rund 100m längere Landzunge die allerdings wenig spektakulär in die Barentssee hineinragt. Als wir den Hafen Honningsvåg ansteuerten konnten wir sogar in der Ferne einige Wale erspähen, die es sichtlich genossen in einigem Abstand in unseren Bugwellen mit zu schwimmen.
Gegen 19Uhr war es dann endlich so weit, und ca. ¾ der Passagiere verließen das Schiff um sich an das Nordkap zu begeben. Bei der 45 minütigen Fahrt über die Insel Mageroey, konnten wir einen Eindruck von der Landschaft bekommen, die in ein wunderbar sanftes Licht getaucht war. Einzelne Hütten, kleine Seen, grüne Wiesen und ab und zu auch ein paar Rentieren die auf den Wiesen oder Hängen grasten. Kurz vor dem Nordkap zogen dichte Nebelschwaden auf und das Symbol des Nordkaps, die weltbekannte stählerne Erdkugel, verschwand hin und wieder im Wolkenmeer. Aber bei unserem 1,5-stündigen Aufenthalt hatten wir jedoch Glück und die Sonne kam oberhalb der Wolkendecke zum Vorschein. Nur das Meer wurde durch die dichte Wolkenschicht verdeckt. Abschluss unseres Aufenthaltes bildete der Balkon mit dem „Kings View“ und ein Kinofilm über die Landschaft des Nordkaps in den verschieden Jahreszeiten.
Während der Rückfahrt zum Schiff fuhren wir allerdings nur durch dichten Nebel. Am Schiff standen bereits die Besatzung und die AIDA-Maskottchen Spalier. Die Restaurants boten noch einen Mitternachtssnack an und pünktlich 0:00Uhr legten wir ab.