Donnerstag, 8. Juli 2010

Zweiter Seetag


Ab 3Uhr nachts schien die Sonne auf unseren Balkon, so dass ich mittlerweile mein Zeitgefühl ganz verlor. Allerdings konnten wir heute länger schlafen, da ein weiterer Seetag anstand. Nach dem Frühstück lernte ich in der AIDA Lounge. 12.55Uhr überquerten wir den nördlichen Polarkreis und nach dem Mittagessen besuchten wir die Kunstauktion. Immer wieder erstaunlich, wie viele Gäste doch einfach mal 500€ für ein Gemälde ausgeben. Nach dem Kaffee gab es dann die Fotopräsentation des Lektors über das Nordkap. Denn das wird morgen Abend unser nächstes Ziel sein. Am späten Nachmittag kamen wir an den Lofoten vorbei, einer zersplitterten Inselkette vor der Küste Norwegens.

 

Mittwoch, 7. Juli 2010

Geiranger-Fjord (Norwegen)


Schon 4.30Uhr weckten uns Sonnenstrahlen und wir befanden uns bereits in den norwegischen Fjorden. Der erste Stopp war am Hellesylt, wo die ersten Ausflugsgäste an Land getendert wurden. Wir konnten uns noch Zeit lassen, denn unser Ausflug sollte erst am Geiranger starten. Nach dem Frühstück fuhren wir mit dem Schiff weiter in den wohl bekanntesten Fjord Norwegens, wenn nicht gar der ganzen Welt. 
Wir sahen die Wasserfälle der 7 Schwestern mit ihrem sagenumwobenen Freier, einen Troll-Wasserfall auf der anderen Seite des Fjordes, in dessen Mitte man eine Flasche erkennen kann, da er angeblich ein Säufer war.
Gegen 13Uhr tenderten wir nach dem Mittagessen in das Örtchen Geiranger. Sind hier in den Wintermonaten kaum 230 Menschen wohnhaft, erhöht sich diese Zahl drastisch in den Sommermonaten.  Nach einem kurzen Spaziergang durch die kleine Ortschaft, startete unsere Tour zu den Adlerkehren. Von einem Aussichtsplateau hat man herrliche Sicht auf den Geiranger Fjord, die Kreuzfahrtschiffe in ihm bis hin zu den 7 Schwestern. Die Fahrt ging wieder hinunter nach Geiranger und dann auf der anderen Straße aus dem Ort hinaus. Nach einem kurzen Zwischenstopp am Königinnenstuhl, der zu Ehren der norwegischen Königin Sonja errichtet wurden ist, die diese Gegend so liebt.
Letzter Stopp war auf dem 1500m hohen Dalsnibba. Der Weg führte uns vorbei an abgelegenen Höfen und tiefblauen Seen, auf denen sogar noch Eisschollen schwammen. Auch vom Gipfel konnten wir wieder die AIDA im Fjord unter uns liegen sehen.
Pünktlich fanden wir uns 17.30Uhr wieder am Hafen ein, um eines der letzten Tenderboote zurück zum Schiff zu nehmen. Mit 45 Minuten Verspätung legten wir um 18.45Uhr am Geiranger ab.
Am Abend stieg das große Fußballfieber auf der AIDA. Auf allen vorhandenen Leinwänden wurde das WM Halbfinalspiel Deutschland gegen Spanien übertragen. Leider verlor Deutschland 0:1 gegen die Spanier, so dass die Party die anschließend auf dem Pooldeck steigen sollte, verhalten ausfiel.

Dienstag, 6. Juli 2010

Bergen (Norwegen)


Bereits vor dem Aufstehen liefen wir in Bergen ein, der zweitgrößten Stadt Norwegens. Nur gut, dass wir eine Balkonkabine haben, die es uns ermöglicht schnell mal im Bademantel ein paar Fotos zu schießen. Nach einem reichhaltigen Frühstück verließen wir das Schiff. Beim Spaziergang in die Stadt fing es leider zu regnen an, so dass wir die berühmte Brygnn Häuserreihe nur im Düsteren sahen. Der Regen hielt Gott sei Dank nicht allzu lang an. Vorbei am Fischmarkt und der Holberg Statue ging es bergauf zur Johanneskirche. Bergen heißt anscheinend nicht umsonst Bergen, so hügelig wie es hier ist. Um den kleinen See Lille Lungegardsvann haben sich viele Kunstgalerien und Museen angesiedelt. In der Mitte plätschert fröhlich ein Springbrunnen, nur der triste Betonklotz des Rathausgebäudes passt nicht so recht in das idyllische Bild. Am Rande des Sees befindet sich außerdem ein sehr schöner Pavillon, umringt von einem Blumenmeer.
Nächstes Ziel war die Floibahn, die uns auf die 350m hohe Floin brachte. Von hier hatten wir einen herrlichen Ausblick auf Bergen, welches pittoresk zwischen den Fjorden auf mehreren Hügeln liegt. Mittlerweile brach auch die Sonne vereinzelt hervor, und brachte unser Schiff in der Ferne zum Glitzern. Zurück in die Stadt sollte es nun zu Fuß gehen. Vorbei an hölzernen Trollen, die so typisch sind für Norwegen, wanderten wir durch einen Wald, mit mehreren kleinen Wasserfällen nach unten. Dabei hatten wir ab und zu durch die Bäume tolle Sicht auf die  Stadt. Wieder im Stadtzentrum angekommen, konnten wir uns sogar unserer Jacken entledigen, so warm war es inzwischen geworden.
Noch einen Versuch wagten wir nun bei den Bryggn. Die Sehenswürdigkeit Bergens sind ehemalige Hansehäuser, die damals zum Be- und Entladen der Schiffe direkt am Hafen gebaut worden sind. Dicht aneinander stehen die bunten Holzhäuser noch heute, auch wenn sie sich schon ganz schön neigen. Bryggn steht sogar auf der UNESCO-Liste der weltweit erhaltenswerten Kulturdenkmäler.
Vorbei an der Marienkirche, die zurzeit restauriert wird, ging es zu Festung Bergenhus und der Haakonshalle. Diese stammen noch aus der Zeit, als Bergen Norwegens Hauptstadt. Bei einer Explosion eines deutschen Munitionsschiffes 1944 brannte die Haakonshalle bis auf die Mauern hernieder, jedoch originalgetreu später wieder aufgebaut. Heute finden hier Konzerte, aber auch Staatsempfänge statt. Nebenan steht der Rosenkrantz-Turm.
Hiermit beendeten wir unsere Bergen Tour und gingen zum Schiff zurück. Alles in allem eine sehr schöne Stadt, in der man fast alles zu Fuß erkunden kann.

Montag, 5. Juli 2010

Erster Seetag


Nach dem Frühstück stand die einzige Pflichtveranstaltung dieser Reise an: die Seenotrettungsübung. 10.20Uhr ertönte wieder unser Signal und die Menschenmassen, die mit ihren orangenen Rettungswesten angelaufen kamen, versammelten sich an ihren Musterstationen. Nach dem Kaffee gab es dann zur Abwechslung mal einer Fotopräsentation zu Bergen und dem Geiranger Fjord, die unsere ersten beiden Ziele auf der Reise werden. 18Uhr gab es dann auch schon wieder Abendessen und anschließend die AIDAluna Taufshow „Somnambul“, mit Tänzern, Sängern und Akrobaten, die an einem Seil durch das Theatrium schwangen.
Als ich mich abends endlich müde in mein Bett begab, musste ich feststellen, dass es hier gar nicht mehr richtig dunkel wird.

Sonntag, 4. Juli 2010

Schiff Ahoi!

Nach einem guten Frühstück im Hotel packten wir unsere Koffer, um sie 11.45 Uhr am Hauptbahnhof bei AIDA abgegeben zu können. Dann ließen wir uns vom AIDA Shuttle zum Hafen bringen. Da der Check-in allerdings erst um 14Uhr begann, beschlossen wir zum „Miniatur Wunderland“ wo auf 2 Etagen eines alten Speicherhauses mit 1150m² 7 Themenwelten Modellbahnen mit einer Eisenbahngleislänge von 12km über 890 Züge aufgebaut waren. Die Themenwelten handelten von der Schweiz mit den vielen Bergen, Österreich mit den Skigebieten, Knuffingen, dem Harz, Hamburg, Skandinavien, Amerika mit den Western Städten, Las Vegas und dem Grand Canyon. Witzige Details waren u.a. Pippi Langstrumpf, eine Wasserleiche oder ein Schneemann, der eine Skisprungschanze herunter fuhr. In der Sonderausstellung wurde das geteilte Berlin über die Jahre hinweg betrachtet.
Nach ca. 3h ging es zurück zum Schiff, wo uns eine überfüllte Abfertigungshalle erwartete. Angeblich streikten wohl sämtliche Computer am Check-in für mehr als 30min, so dass sich die Menschenmassen mittlerweile stauten. Nach ca. 60min Wartezeit und mehreren Eistees hatten wir es allerdings dann auch geschafft, nur noch die Handgepäckkontrolle, das obligatorische Einstiegsfoto und die Reise kann beginnen.
Fast hätten wir durch die lange Wartezeit das Kaffee noch verpasst, aber in den restlichen uns verbleibenden Minuten, schafften wir es noch ein Stück Kuchen vom Büfett zu holen – „aber bitte mit Sahne“. Da wir so lange beim Check-in gebraucht haben, waren unsere Koffer bereits an der Kabine. Unsere Balkonkabine ist sehr schön. Nach dem Abendessen startete auch gleich das Auslaufen und anschließend die „Sail Away“ Party auf dem Pooldeck mit Willkommenssekt.

            Quelle: AIDA Cruises Website

Samstag, 3. Juli 2010

„Ich war noch niemals in New York“ in Hamburg


Punkt 9Uhr ging mein Zug von Erlangen zunächst nach Nürnberg. Von hier brachte mich der ICE direkt nach Hamburg. Meine Familie erwartete mich schon und so konnte es gleich zum Hotel gehen welches ca. 5 Gehminuten vom Hauptbahnhof entfernt ist.
Bei dem schönen Wetter machten wir uns allerdings gleich wieder los, da es im Zimmer unerträglich warm war. Wir liefen vorbei an der Außenalster und dann entlang der Binnenalster wieder in die Stadt zurück. In der Europa Passage gönnten wir uns bei einem italienischen Bistro ein WM-Gedeck. Bei Pizza und Bier verfolgten wir die erste Halbzeit des WM-Fußballspieles Deutschland gegen Argentinien. Nach dem erfolgreichen 4:0 für die deutsche Mannschaft konnten wir uns beruhigt auf zum Musical machen. Bei unserem 3km Marsch liefen wir an der wohl befahrensten Straße Hamburgs lang, begleitet von vielen Autocorsos. Hätten wir nicht gewusst, dass es erst das Viertelfinale war, hätten wir gedacht wir seien schon Weltmeister.
Um 20Uhr begann das Musical „Ich war noch niemals in New York“ im TUI Operettenhaus. Schöne Lieder waren mit einer phantastischen Bühnenbildern kombiniert wurde, die Handlung war allerdings etwas einfach gestaltet. Mit dem Taxi ging es zurück ins Hotel, wo uns eine sehr warme Nacht bevorstand, denn eine Klimaanlage gab es im Zimmer leider nicht.

Donnerstag, 10. Juni 2010

Outdoor-Training

Der Vorteil wenn man für ein großes Unternehmen arbeitet, besteht für mich ja immernoch im Rahmenprogramm. Zu Beginn hatte ich zwar erwartet in einem internationalen Umfeld zu arbeiten, wo Englisch quasi die Arbeitssprache ist, wurde da aber schwer enttäuscht. Mir bot sich allerdings die Möglichkeit einer internationalen Gruppe beizutreten, mit der man dann auch einmal im Jahr ein Training absolvieren kann. Zusammengewürfelte Mitarbeiter aus den unterschiedlichsten Bereichen, alle noch frisch im Unternehmen und relativ jung wurden bereits vor einem Jahr zusammengewürfelt und in die Abgeschiedenheit geschickt, um sich kennen zu lernen. Aber das ist eine andere, sehr interessante Geschichte, die Aufschluss über Gruppenpsychologie gab. 
Nach mehr oder weniger kurzem Abstimmungsprozess hatten wir uns also entschieden  dieses Jahr das Outdoor-Training aus den 5 zur Verfügung stehenden Modulen zu wählen.
Ich muss gestehen, dass ich bei der Wahl und auch am Morgen unseres Trainings wenig von diesem Konzept überzeugt war, aber was tut man nicht alles um wenigstens mal zwei Tage aus dem Büro zu entkommen.
Im Hotel erwarteten uns bereits die beiden Trainer und nach einer Kennenlernphase mit den Beiden ging es dann auch schon los. Wir wurden in Gruppen aufgeteilt und jede Gruppe wurde in einem speziellen Bereich ausgebildet. Ich war also innerhalb 5 Minuten der Experte für das Abseilen von einem Felsen geworden. Von einer weiteren Gruppe erfuhren wir dann was die Aufgabe sei: Zwischen 3 Plattformen, die sich in 8-12m Höhe befanden, sollten 2 Seilbrücken mit 10 und 15m Länge gebaut werden, über die jedes Teammitglied laufen sollte. Natürlich abgesichert. 45min Planung und 2,5 Stunden für den Bau der Brücken stand uns zur Verfügung. Ehrlich gesagt glaubte ich ja nicht daran, dass nach dieser Zeit 2 Brücken über dem Abgrund hängen, zumal niemand von uns auch nur die leiseste Ahnung von Knoten hatten. Aber ich wurde eines besseren belehrt. Nach gut 2 Stunde konnte der erste Mutige schon über die Brücke schlingern. Kaum zu glauben, dass wirklich jeder der 15 Teammitglieder über diese Brücke gelaufen ist, obwohl es den ein oder anderen schon gehörig Überwindung gekostet hat. Ein tolles Gefühl übrigens wenn man eine Aufgabe hat, bei der man am Ende auch mal etwas sehen kann und dann sogar noch benutzen darf! So was hat man im Job ja nicht oft.
Beim abendlichen Beieinander fanden wir dann auch endlich die Stärke der Gruppe heraus - nennen will ich sie hier lieber nicht, denn das könnte dann doch ein falsches Licht auf das Unternehmen sein.
Am zweiten Tag ging es wieder relativ früh los. Zunächst mit dem Malen von langweiligen Flipcharts über sich selbst, aber gut, der eine oder andere aus dem Team wollte dies so. Dann ging es aber wieder raus. Diesesmal wurden wir in 2 Gruppen aufgeteilt und jede bekam eine andere Aufgabe. Wir mussten uns überlegen, wie wir eine Plane wenden, auf der alle 15 Teammitglieder stehen, ohne dass ein einziger von dieser Plane heruntertritt. Die anderen standen derweil von einem großen Spinnennetz und sollten sich überlegen, wie sie jedes Teammitglied von der einen auf die andere Seite bekommen, ohne dass das Netz auch nur in irgendeiner Weise berührt wird. Erschwerend kam noch hinzu, dass bei beiden Aktionen nicht geredet werden sollte. Obwohl das wahrscheinlich die Sache noch vereinfacht hatte, denn ansonsten hätten wieder alle durcheinander geredet. Bei 3x Berühren mussten übrigens alle wieder von vorn beginnen, auch die, die schon erfolgreich auf die andere Seite gekommen waren. Trotz eines Resets waren wir noch ziemlich gut und konnten die Aufgabe innerhalb von 25min erfolgreich beenden. 
Nach dem Mittagessen ging es dann wieder in den Wald. Die Trainer führten uns durch das Gebiet und legten an unterschiedlichen Stellen Gegenstände ab. Am Ende erfuhren wir, dass wir nun mit verbundenen Augen diese wieder einsammeln sollten und die gesamte Gruppe auf der oberen Plattform ankommen sollte. Nun, ich war schon mit offenen Augen ein paar Mal umgeknickt und abgerutscht und jetzt sollten wir also mit verbundenen Augen über die kleinen Felsen steigen? Sehr wohl war mir nicht bei der ganzen Sache. Aber auch diese Aufgabe meisterten wir sogar in knapp der Hälfte der vorgegebenen Zeit.
Da wir alle Aufgaben so gut gemeistert hatten, durften wir uns zur Belohnung noch von einem 15m hohen Felsen abseilen.
Die beiden Tage waren wohl das Beste was ich bisher während meiner Arbeitszeit tun durfte, noch dazu bei so tollem Wetter.